Energiesparverordnung (EnEV)

Die Zusammenfassung der früheren Wärmeschutz- und Heizanlagenverordnung berücksichtigt die Abhängigkeit zwischen Gebäude und Heiztechnik. Deshalb stellt die EnEV Forderungen welche sowohl das Gebäude als auch die Anlagentechnik betreffen.

Konkrete Verpflichtungen zum Handeln enthält die EnEV vor allem für die Eigentümer von Mehrfamilienhäusern. Für Ein- und Zweifamilienhäuser bestehen Ausnahmeregelungen. Bestimmte Anforderungen gelten nur bedingt.

Konkret heißt das: werden Bauteile oder Anlagen im Gebäudebestand erneuert, sind die Regelungen der EnEV zu berücksichtigen. Die neuen Bauteile oder Anlagen dürfen die energetische Qualität des Gebäudes auf keinen Fall verschlechtern.

Änderungen von Gebäuden

In der Verordnung sind bestimmte Wärmedurchgangskoeffizienten für Bauteile (U-Werte) angegeben, welche einzuhalten sind.

Es gilt eine Bagatellgrenze: Die bauteilbezogenen Höchstwerte müssen nur dann berücksichtigt werden, wenn mehr als 20 % eines Bauteils, z, B. Wand, Fenster oder Dach mit gleicher Himmelsrichtung erneuert bzw. saniert werden. Alternativ kann die gesamte Gebäudehülle betrachtet werden.

Der Nachweis gilt als erfüllt, wenn der Jahres- Primärenergiebedarf, also der Heizenergiebedarf zuzüglich aller Umwandlungs- und Bereitstellungsverluste, des gesamten Gebäudes nach der Sanierung den zulässigen Höchstwert für Neubauten nachweislich nicht um mehr als 40 % übersteigt.

Wichtig: Wird das beheizte Gebäudevolumen um mehr als 30 m² erweitert, dann sind für den neuen Gebäudeteil die Vorgaben für neu zu errichtende Gebäude anzuwenden.

Energiebedarfsausweis

Der Energiebedarfsausweis beschreibt die energetische Gebäudequalität hinsichtlich Heizenergiebedarf und Wärmeverlusten. Wird ein bestehendes Gebäude wesentlich verändert, so ist wie bei Neubauten ein Energiebedarfsausweis auszustellen.

Eine Änderung ist wesentlich, wenn umfangreiche Arbeiten an der Gebäudehülle einhergehend mit dem Austausch des Heizkessels innerhalb eines Jahres durchgeführt werden oder das Gebäudevolumen um mehr als 50 % erweitert wird.

Baudenkmäler

Wenn bei Baudenkmälern oder sonstiger besonders erhaltenswerter Bausubstanz die Umsetzung der Forderungen der EnEV zu unverhältnismäßig hohem Aufwand führen bzw. das Erscheinungsbild oder die Substanz beeinträchtigt würde, kann die zuständige untere Bauaufsichtsbehörde auf Antrag Abweichungen zu lassen.


architekadmin